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Interview mit Reto Bertozzi, CRUSPI SA, 8108 Dällikon

Herr Bertozzi, stellen Sie doch Ihren Betrieb kurz vor.

Die CRUSPI SA ist der Schweizer Generalimporteur von Haribo, Chupa Chups, Läkerol etc. und Leader im Direktservice von Süsswaren. Wir haben 14 Depots in der ganzen Schweiz mit 80 Verkaufsberater. Sitz der Firma ist Dällikon ZH.

 

Warum haben Sie als einer der ersten Betriebe der Schweiz auf die zukunftsträchtige Anwendung von Hand Held Computer (HHC)umgestellt?

Früher operierte CRUSPI SA mit den unhandlichen A3-LieferscheineN. Manuelles Erfassen, beschränkter Platz der Artikel und weitere Fehlerquellen und somit Kundenreklamationen waren die Folgen. Es war unser Ziel, den Kundenservice zu verbessern und in diesem Zusammenhange sind wir auf die heutige ICRCOM gestossen. Die Idee der Hand Held Computer begeisterte uns! Wir sind nun seit über zwei Jahre, d.h. seit 1. Februar 1999 produktiv. Die Erfahrungen sind heute - nach gewissen und erwarteten Startschwierigkeiten - äusserst positiv. Die Handhabung der tragbaren HHC im Format A4 mit einem Pen und GSM-Daten-Übermittlung (mit entsprechender applikatorischer und Übermitt-lungs-Security) ist einfach und schnell.

 

Wie reagierten Ihre Mitarbeiter?

Sprüche, wie "Ach, auch hier noch ein Computer" waren die ersten Reaktionen. Viel eher schwärmen heute die ca. 80 Mitarbeiter von diesen "Geschöpfen" Die anfänglichen Berührungs-ängste mit den Stichworten "Handhabung, Daten löschen" sind vorbei.

 

Was für Software / Daten befinden sich auf dem HHC?

Es handelt sich um eine modular aufgebaute Software für die Kundenbelieferung (Kunden-, Artikel-, Preis- Konditions- und Statistikdaten, etc.) der CRUSPI SA. Da wir eine der ersten Firmen - wahrscheinlich gar die erste - der Schweiz waren, die HHC-Geräte und GSM-Übermittlung einsetzten, wurde die Lösung individuell für uns programmiert. Aufgrund der modularen bauweise, kann diese aber auch für andere Betriebe - mit entsprechenden Anpassungen - eingesetzt werden.

 

Wie erfolgt der Datenaustausch?

Sämtliche Mutationen oder das Anlegen von neuen Kunden, Artikeln, etc. erfolgt durch eine Zentralstelle auf dem Host. Die vorgenommenen Mutationen werden in der Nacht auf der Host-Datenbank aktualisiert und am nächsten Morgen jedem Verkaufsberater (VB) individuell überspielt. Dieses System erlaubt uns, täglich unsere Kunden in der ganzen Schweiz, sprachenindividuell und ohne Papier zu beliefern. Trotz dieses grossen geographischen Gebiets, gibt es keinen Verzug bei der Fakturierung. Diese erfolgt dank des neuen Systems noch am gleichen Tag.

 

Wie funktioniert ein Ablauf in einem Laden, da Sie keine Papierlieferscheine mehr zur Hand haben?

Als ersten Schritt wird auf dem HHC einer der ca. 1300 Artikel ausgewählt, entweder durch Eingabe der Nr. oder via alphabetischen Suchbegriff, z.B. STIMOROL.

 

2. Auswahl der Belieferungsart

Nebst "Standard" kann man auch "Gratis, Mengenrabatt, Aktionen, verschiedene Retouren oder Stornierung" verarbeiten.

 

3. Menge eintippen

Das System errechnet nun die Gesamtmenge des Artikels sowie den Totalbetrag.

 

4. Nun kommt der nächste Artikel an die Reihe.

 

 

Das scheint ja mehr als nur einfach zu sein!

Das ist so. Dank der Einfachheit - 2 bis 3 stündige Einführung genügt, früher drei Wochen - können wir problemlos auch Teilzeitpersonen, z.B. Ferien-aushilfen einsetzen.

 

Wie erhält nun Ihr Kunde eine Aufstellung der gelieferten Waren?

Sobald alle Artikel (Lieferungen, Retouren usw.) erfasst sind, wird im Menü "Abschluss" angewählt. Die zuständige Person des Kunden hat die Möglichkeit, die Erfassung nochmals zu kontrollieren. Anschliessend unterschreibt sie auf dem HHC (Touch Screen) mit dem Stift/Pen, wie früher auf Papier. Als Quittung erhält der Kunde einen übersichtlichen Ausdruck mit:

Artikel-Nr., Bezeichnung, Stück, Verkaufspreis usw. sowie selbstverständlich dem Gesamttotal.

 

Wie werden Aktionen gehandhabt?

Auch in diesem Punkt haben wir dank dem HHC einen Wettbewerbsvorteil. So sind wir in der Lage kurzfristig, d.h. innerhalb von weniger als einer Stunde Aktionen durchzuführen. Diese werden bei unserem Computersystem (Host) erfasst und gültig ab z.B. "28.04.2001" gekennzeichnet. Danach verfügen alle Verkaufsberater auf ihrem HHC den neusten Aktionspreis. Schnell und einfach!

 

So jetzt ist ein Laden beliefert, wie weiter?

Während der Fahrt zum nächsten Kunden oder am Schluss einer Tagestour erfolgt vollautomatisch eine Übermittlung per Handy (GSM-Netz) zu unserer Zentrale. Die Übermittlungszeit für zehn Kunden zusammen beträgt maximal 70 Sekunden! Zudem sind wir in der Lage, unserem Kunden bereits am nächsten Tage eine Rechnung zuzustellen, unsere Logistik ist nachgeführt und die neusten Verkaufszahlen in X-Varianten verfügbar.

 

Das wird den Marketingdirektor wohl freuen?

Und wie! Hatten wir mit dem bisherigen System der Lieferscheine immer wieder Differenzen und Verluste (z.B. verlorene Lieferscheine) zu beklagen, so existieren diese heute nicht mehr. Wir können automatisch und fehlerfreie Rechnungen erstellen. Auch dies zählt zu einem guten Kundenservice und beachtliche finanzielle Vorteile erzielen wir auch noch!

 

Was konnten Sie konkret mit diesen Hand Held Computer einsparen?

Wir konnten unsere Touren optimieren, also Arbeitszeiten verkürzen und mussten dadurch weniger Personal und Fahrzeuge für die Belieferung von Neukunden beschaffen. Die Übermittlungskosten betragen pro Tag und Gerät weniger als 70 Rappen!

 

Und wie sieht dies pro Verkaufsberater aus?

Hier sparen wir pro Tag und pro VB gegen eine Stunde ein. Denn dieser hat praktisch keine Administration mehr zu erledigen, wie Rapporte ausfüllen. Die Bargeldabrechnungen sind einfacher. Auch besitzt unser Verkaufsberater immer die neusten Informationen, beispielsweise Kundenadresse, Kontaktpersonen usw.

 

Wie lange ist ein HHC betriebsbereit?

Durchschnittlich hält ein Akku acht Stunden. Diese werde jeweils in der Nacht automatisch aufgeladen. Da zudem jeder Mitarbeiter zwei Akkus besitzt, die Daten nicht im Memory, sondern auf der 6 GB Harddisc gespeichert sind, gehen auch bei einem allfälligen Batteriewechsel keine Daten verloren!

 

Was sagen Sie zur Technologie, Herr Bertozzi?

Wir legen grossen Wert auf Marktverbreitung, Bedienerfreundlichkeit und Standards. Unsere HHC werden von einem der führenden Anbieter produziert und sind mit Windows 98 ausgerüstet. Als Betriebssystem können aber auch Windows 2000, NT, ME eingesetzt werden. Wir sind so in der Lage - auf einfache Art und Weise - Weiterent-wicklungen kostengünstig vorzunehmen.

 

Ein immer wieder diskutiertes Thema ist die Sicherheit. Wie steht es hier?

Die Datenübermittlung erfolgt verschlüsselt, so dass auch "Hacker" kein Tummelfeld vorfinden.

 

Was beeindruckt Sie an den HHC-Geräten besonders?

Kurz und bündig: Bedienerfreundlich, schnell und sicher sowie die grossen Kontroll- & Informations-Möglichkeiten.

 

Herr Bertozzi, herzlichen Dank fürs Interview und weiterhin viel Spass!